Bundesverband der Liberalen Hochschulgruppen

 2. September 2010

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Eine BAföG-Reform ist nötig – und neuerdings auch möglich! (09. Juli 2009)

Im aktuellen FOCUS hat der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), sein Konzept einer BAföG-Reform vorgestellt: ‚Plattmachen und durch Kredite ersetzen’. Dieser Vorschlag kommt zur Unzeit, denn gerade hat eine Allensbach-Umfrage gezeigt, dass die Angst vor Geldsorgen der häufigste Grund für einen Studienverzicht ist. Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) hat in seiner Bundesmitgliederversammlung am vergangenen Wochenende ein Konzept beschlossen, das zwar weniger plakativ ist, aber die Ausbildungsförderung grundlegend reformieren könnte – zielführender, gerechter und zudem finanzierbar.

Johannes Knewitz, Bundesvorsitzender des LHG, fasst die Position des LHG folgendermaßen zusammen: „Kern des Konzeptes ist ein Vollzuschuss an alle Studierenden in Höhe von 400 Euro im Monat, unabhängig vom Einkommen der Eltern, dem angesparten Vermögen und dem eigenen Zuverdienst. Dieser soll maximal bis zum Ende der Regelstudienzeit des Bachelorstudiums bezahlt werden, wenn entsprechende Studienleistungen nachgewiesen werden. Ein fairer Kredit wird denen angeboten, denen die Förderung nicht ausreicht oder die herausfallen, weil sie Leistungen nicht erbracht haben oder einen Masterstudiengang absolvieren. So wird jedem die Möglichkeit geschaffen, unbürokratisch an maximal 800 Euro zu kommen.“

Der stellvertretende Vorsitzende David Bordiehn erklärt die Hintergründe des Modells: „Einkommen und Vermögen sind kein Zufall, sondern in aller Regel Ergebnis persönlicher Bemühungen. Daher darf man auch die, die ohnehin einen höheren Beitrag zur Solidargemeinschaft leisten, bei der Ausbildungsförderung entlasten – steuergerecht eben. Statt dass sich leistungsstarke Eltern zusätzlich zu ihren eigenen mit den Kindern von finanziell schwächeren Eltern solidarisieren, fordert der LHG die Solidarisierung der ganzen Gesellschaft mit ihren zukünftigen Trägern.“ Er ergänzt: „Zudem kann diese Art der Ausbildungsförderung ein Anreizsystem für ein aus eigenem Willen zügiges und solides Studium bilden und es somit jedem in die eigenen Hand geben, sich selbst zu entlasten.“

Refinanzieren würde sich das Konzept auch zu großen Teilen. Kindergeld und Steuerfreibeträge würden eingespeist, die Förderungsdauer auf die Zeit des Bachelorstudiums begrenzt und ein Bürokratieapparat abgebaut, welcher derzeit mindestens zehn bis 15 Prozent des BAföG-Geldes auffrisst.

Knewitz begründet den Vorstoß so scharf wie spitz: „Entscheidend war für uns das Ziel, allen studierwilligen Abiturienten zu sagen: Ihr könnt Euch auf jeden Fall ein Studium leisten, ohne Euch groß zu verschulden oder Nachtschichten schieben zu müssen. Und Ihr seid der Gesellschaft fast so viel Wert, wie ein Arbeitsloser."

 

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